Blog-Erfolg vs. Anonymität

Sonntag, 6. Januar 2013

Wie alle anderen Blogger da draußen freue natürlich auch ich mich über jeden einzelnen Kommentar und neuen Verfolger bei GFC, Bloglovin, Blog-Connect, Facebook oder via Feedburner (Twitter, tumblr, Pinterest - wenn wir schon mal dabei sind ; D) und sehe die Anzahl der Verfolger als eine Art Indikator für die Beliebtheit eines Blogs. Immer häufiger fällt mir allerdings auf, dass der Blogruhm meist davon abhängig ist - es gibt natürlich wie immer auch Ausnahmen z.B. Nicest Things -, wie viel ein Blogger von sich preisgibt, ob er Bilder von sich postet und Sachen aus seinem Privatleben erzählt. So scheint es zumindest als hätte man bei den großen, bekannten Bloggern einen guten Einblick in deren Leben und Dank Impressum weiß man sogar wo die Blogger häuslich anzutreffen sind. Ich kann das Phänomen sehr gut verstehen, auch ich lese meist Blogs, in denen der Blogger viel offenlegt und man so das Gefühl hat den Blogger gut "zu kennen". Allerdings frage ich mich, bringt so ein "öffentliches Leben" neben all' dem Guten nicht auch viele Risiken mit sich? Beruflich als auch Privat? So gerne ich auch super bekannt wäre und zu allen möglichen Events gehen würde, habe ich doch ein wenig Angst zu viel von meinem Leben in der Öffentlichkeit  preiszugeben und ich weiß nicht, ob sich das wirklich am Ende auszahlt - was einmal ins www gelangt, kann nie wieder zurückgenommen werden. An all' diejenigen, die viel von sich auf ihrem Blog erzählen, hattet ihr schon mal Probleme, dass ihr komische Briefe oder Anfragen bekommen habt oder euch sogar jemand gestalkt hat? Hatte diese Offenheit negative Auswirkungen bei eurem Job oder der Jobsuche? ...oder bin ich einfach nur paranoid? Macht ihr euch Gedanken was genau ihr postet oder schreibt ihr einfach drauf los? Eure Meinungen würden mich sehr interessieren!


14 comments:

sari hat gesagt…

Impressum ist nun mal leider Pflichtsache, wenn es nach mir ginge würde ich darauf auch verzichten :(
Ich persönlich denke sehr genau über die Dinge nach, die ich Preis gebe. Es sind ausschließlich Sachen, bei denen ich keine Probleme damit habe, wenn sie mal öffentlich werden sollten.
Ich blogge zb niemals darüber, dass ich verreise oder so, oder erst im Nachhinein, da ich tatsächlich Angst davor habe, dass dann jemand einbrechen wollen würde (obwohl wir immer einen Housesitter haben).
Probleme hatte ich allerdings noch nie wirklich.
Ich finds eigentlich ganz witzig, dass du dir darüber Gedanken machst, aber gleichzeitig Blogger dazu aufforderst Fotos ihrer Privaträume zu zeigen ;D
Die Aktion finde ich btw genial, denn es gibt fast nix, was ich leiber tue als mir die Wohnräume anderer Leute anzusehen. Irgendwo steckt wohl in jedem ein kleiner Voyeur, weswegen diese Privatsachen auch so gut ankommen.
Aber es sollte jeder selber entscheiden, was er von sich erzählt und Blogs können auch ohne das private Gelaber interessant sein.

Liebste Grüße

sari hat gesagt…

Ich kann schon verstehen, wieso man kein Impressum will. Aber leider ist es eben vom Gesetz her so vorgesehen und da bringt es leider gar nix vor Gericht zu gehen. Ich hab das schon mal mit meinem Anwalt durchgesprochen.
So wie ich es habe kann man es eben erst mal nur abmahnen und dann würde ich weiter sehen Ist bisher aber noch nicht vorgekommen zum Glück.
Allerdings wird leider oft richtig Jagd auf sowas gemacht von den Abmahnanwälten -.-
Super lästig.

Keine Sorge, ich find die Aktion gut und wollte mich eigentlich irgendwann selber mal bewerben xD
Das war der Grund, wieso ich angefangen habe deinem Blog zu folgen^^
LG

sari hat gesagt…

Kann ich verstehen, grad, wenn man Kinder hat :/
Haha ja danke, aber da muss leider erst noch ein bisschen was in der Bude gemacht werden.
LG

Nyla hat gesagt…

Ich kann deine Bedenken total nachempfinden! Ich frage mich so Sachen auch ständig und du bist bestimmt nicht paranoid.
Ich höre von Bekannten immer mehr, dass sie bei Neueinstellungen das Internet nach betreffenden Person durchsuchen. Partyfotos auf Facebook gehen da gar nicht und ich glaube auch nicht, dass jeder Arbeitgeber (je nach Bereich und Position natürlich) damit ok wäre... von daher wär ich lieber zu vorsichtig und bleib "unebkannt" als dass ich dann Probleme auf der Suche nach nem Job bekomme...

Konsumjunkie hat gesagt…

Das ist wirklich ein schwieriges Thema. Ich bin da auch immer zwiegespalten.
Als, ich vor über 2 Jahren aus privaten Gründen meinen Blog komplett gelöscht habe, hat es ewig gedauert bis alle Bilder weg waren. Nach dem Neuanfang bin ich nun sehr sparsam mit Bildern von mir. Aber ganz ohne komme ich auch nicht aus.

Im Prinzip ist ja nichts dabei, solang man darauf achtet was man hochlädt. Bikinibilder finde ich zB schon grenzwertig, ist aber mitllerweile durchaus gängig. Aber ansonsten ist es ja einfach eine Art der Hobbyausführung. Wenn man Sport im Verein betreibt, kommt hin und wieder auch ein Teamfoto in die Zeitung.

Ich nutze allerdings blogtechnisch nie meinen richtigen Namen. So fällt die Identifizierung schon mal schwerer.

PS: "So leben Blogger" finde ich suuuuper! Meine Lieblingskategorie. Und vielleicht mache ich auch mal mit.

Konsumjunkie hat gesagt…

Ja, ohne diese PJ-Hose geht es nicht.
Laufstegfähig ist sie noch nicht, aber "Mal-eben-schnell-zum-Bäcker"-tauglich schon. Und einmal bin ich sogar schon bei meinem Lieblingsitaliener damit gewesen, um schnell die Pizza abzuholen. War aber nicht so angebracht, glaube ich ;-).

Anna X. hat gesagt…

Hey! Ja, es gibt mich noch und ich bin wieder da. In den letzten Monaten war in meinem Leben für das Bloggen leider kein Platz, aber die Pause hat mir gut getan. Wie geht es dir?
Ich kann übrigens sehr gut nachvollziehen, was du da sagst. Ich gebe einerseits sehr viel und eben doch sehr wenig von mir Preis. Meine Texte sind so persönlich, dass ich dabei gerne ein wenig anonym bin und auch nicht möchte, dass jeder, der mich kennt, meinen Blog finden kann.
Allerdings habe ich auch schon drüber nachgedacht, etwas mehr von mir zu zeigen. Das kann man aber eben, wie du schon sagst, nicht mehr rückgängig machen.

Ganz, ganz liebe Grüße!

Windmeer hat gesagt…

Vor einiger Zeit habe ich alle Fotos, auf denen ich erkennbar war, von meinem Blog entfernt und einige Beiträge zensiert bzw. gelöscht. Mittlerweile achte ich stark darauf, nur noch Dinge zu veröffentlichen, die potentielle Arbeitgeber und die Menschen, die ich nicht leiden kann, problemlos erfahren dürfen. Ganz anonym geht es natürlich nicht (Impressum), aber so habe ich einen Weg gefunden, mit dem ich gut leben kann.

Man muss sich irgendwann entscheiden, ob man mit seinem Blog auch als Persönlichkeit berühmt werden will. Das hat Vor- und Nachteile. Ich habe entschieden, dass ich meinen Blog in erster Linie für mich schreibe um Erinnerungen festzuhalten und weniger für andere. Daher habe ich nicht ganz so viele Leser, aber das ist mir deutlich lieber als dieses Rumgezicke, wie ich es auf anderen Blogs manchmal erlebe.

diefahrradfrau hat gesagt…

Schwieriges Thema. Ich möchte am liebsten unerkannt durch´s Netz radeln, aber selbst wenn man mit Pseydonym arbeitet mischen sich so leicht Informationen über den Standort und die Person in die Beiträge, wenn man es nur ein bisschen ansprechend machen will. Man ist dann sehr schnell in der Öffentlichkeit - gewollt oder nicht...
LG
Christiane
http://bikelovin.blogspot.de

JT hat gesagt…

Ich danke euch allen für eure Kommentare und bin froh, dass es denn meisten so geht. Mal sehen, wie sich die Bloggerwelt diesbezüglich weiterentwickelt. Zum Glück gibt es ja mittlerweile Millionen von Blogs, sodass man momentan noch gut inkognito durchkommt.

Pi hat gesagt…

Ich denke schon, dass ein Blog in dem Sinne viele Risiken mit sich führt.
Gleichzeitig sehe ich ein solches "öffentliches" Leben als nicht nötig für einen Blog an, da es dann wirklich etwas von einem virtuellen Tagebuch hat, was ursprünglich mal die Idee dahinter war.
Wenn demjenigen die Nachteile bewusst sind, die das Bloggen über die eigene Person mit sich bringt, und sie ihm das trotzdem wert sind, dann soll derjenige das so machen. Finde ich zwar ziemlich selbstfixiert, aber gut, das muss jeder selbst entscheiden.
Trotzdem sollten keine 13-Jährigen ihr Leben im Web darlegen können, da ihnen die Risiken wahrscheinlich weniger bewusst sind.

Stil Box hat gesagt…

Also für mich gibt es bestimmte Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Freunde und Familie bleiben auf meinem Blog außen vor, Fotos von mir zeige ich eigentlich nicht, äußerst privates auch nicht. Wo ich wohne und so weiter würde ich niemals veröffentlichen!!

Beim Bloggen geht es mir aber darum, Themen zu diskutieten und mein Leben zu dokumentieren. Aus beruflichen Gründen und auch, weil mich relativ viele Leute in der "realen" Welt kennen und ich genieße es auf meinem Blog auch ein Stück weit, dass mich nicht alle persönlich kennen. Distanz ist manchmal sehr gut, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Herzliche Grüße aus Frankfurt
Anna

♥ Taubenratte ♥ hat gesagt…

Ich bin auch schon immer sehr vorsichtig mit dem was ich so schreibe und von mir preisgebe. Mich sehen dürfen die Leute, damit habe ich irgendwie kein Problem, aber es weis bisher zum Beispiel noch keiner in welcher Stadt ich wohne oder wie mein Zuhause aussieht (ich fand es schon bedenklich eine Hälfte meines Bades herzuzeigen), sowas ist mir schon zu privat. Ich bin einfach nur ein weiteres Gesicht im world wide web und finde zu viel sollte man nie von sich preisgeben. Bestimmte Dinge gehen die Leute auch einfach nichts an :)

Liebste Grüße, Taubenratte

Chris hat gesagt…

Ich finde es kommt ganz darauf an, in welchem Ausmaß das ganze abläuft. Ich zeige zwar Fotos von mir, blogge aber dennoch unter einem Pseudonym. Und selbst wenn jemand meine privaten Seiten zb auf sozialen Netzwerken entdeckt, bringt das nicht viel, da auch nicht dort mein voller Name steht. Soll heißen, ich würde nie meinen ganzen Namen angeben oder meine vollständige Adresse. Zum Glück ist das mit dem Impressum in Österreich etwas angenehmer geregelt, hier muss man zb auf dem Blog nicht die ganze Adresse angeben, sondern "nur" die Stadt/PLZ und wenn man in einer größeren Stadt wohnt ist das meiner Meinung nach kein Problem. Oder man umgeht alles ein bisschen indem man sich ein Postfach zulegt (was ich zb machen würde, wenn ich irgendwann mal zu den "ganz großen" gehöre). Was für mich persönlich einen Schritt zu weit geht, ist, wenn man von seinem gesamten Umfeld Fotos online stellt, sprich Familie, Freunde, usw.
Die einzige Person, die man noch auf meinem Blog entdeckt ist mein Freund (ebenfalls unter einem Pseudonym), aber nur nachdem er zugestimmt hat und auch nur 2 Bilder, die ich demnächst sowieso löschen werde weil die Posts dementsprechend alt sind..

Was ich besonders extrem finde, sind die tw extrem jungen Bloggerinnen (13/14 oder noch jünger)die wirklich ALLES online stellen in Form von Fotos und Texten - als Elternteil würd ich da ehrlich gesagt versuchen einzuschreiten..

lg,
chris :)

PS: ich hoff ich hab dich jetzt nicht zu sehr vollgelabbert haha

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